Was ist Zöliakie?

Hier auf dem Blog veröffentliche ich ab kommenden Sonntag meine liebsten glutenfreien Rezepte. Alle Rezepte könnt ihr aber auch ganz konventionell mit Weizenmehl zubereiten (eventuelle vorzunehmende Abänderungen schreibe ich dann immer dazu). Wieso aber veröffentliche ich meine Rezepte alle in einer glutenfreien Variante? Das möchte ich euch heute kurz erklären. Ich habe Zöliakie. Manche von euch kennen diese Erkrankung vielleicht, für alle anderen möchte ich sie aber hier und heute mal kurz erläutern, damit ihr die Hintergründe kennt.

Ganz knapp gesagt: Zöliakie ist eine unheilbare Autoimmunerkrankung, sollte also NICHT mit einer Allergie verwechselt werden! Bei Menschen mit Zöliakie entsteht nach Aufnahme von glutenhaltigen Nahrungsmitteln eine Entzündung in der Dünndarmschleimhaut. Die Zotten des Dünndarms sterben mit der Zeit ab und es kommt zu einer Unterversorung des Körpers. Nährstoffe verbleiben so zum größten Teil unverdaut im Darm.

Eine Zöliakie kann nur zweifelsfrei durch eine Dünndarmbiopsie festgestellt werden. Diese aber kann nur aussagekräftig sein, wenn man sich bei Symptomen nicht auf eigene Faust glutenfrei ernährt sondern weiterhin bis zur Untersuchung glutenhaltig isst.

Und was genau ist Gluten? Gluten ist das Klebereiweiß, das im Samen vieler Getreide wie Weizen, Roggen, Dinkel und mehr vorkommt. Symptome einer Zöliakie bei Aufnahme von Gluten: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen / Magenkrämpfe, Blähungen, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Wachstumsstörungen (bei Heranwachsenden) und mehr. Folge einer nicht therapierten Zöliakie (also weiterer Aufnahme von Gluten trotz Zöliakie) ist vor allem eine erhöhte Gefahr, an Lymphknoten-Krebs oder Krebsarten im Verdauungstrakt zu erkranken. Die einzig wirksame Therapie bei Zöliakie ist der STRIKTE und DAUERHAFTE Verzicht glutenhaltiger Lebensmittel! Zöliakie ist nicht heilbar und besteht ein Leben lang.

Der kurze Überblick gilt hier nur der Zöliakie, da ich an dieser erkrankt bin. Weitere Erkrankungen oder Allergien, die einen Verzicht auf Gluten und/oder bestimmten Getreidesorten nötig machen, wie zum Beispiel eine Weizenallergie, Glutensensitivität usw. beleuchte ich hier nicht weiter, wollte ich aber nicht unerwähnt lassen.

Kurzum: Ein Mensch, der auf Gluten verzichten MUSS, gehört keiner neuen Lifestyle-Bewegung an oder geht mit einem Trend, es steckt hier durchaus eine ernsthafte Erkrankung dahinter und der Verzicht ist lebensnotwendig! Wenn ihr also einmal auf einen Menschen trefft, der auf Gluten verzichtet, dann belächelt ihn nicht gleich und stempelt ihn nicht ab, denn vielleicht gehört genau dieser Mensch zu den 1% der deutschen Bevölkerung, der an Zöliakie leidet!

Eure

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